Unter Tage – Arbeiten im Bergwerk

Die Meersalzernte im französischen Aigues-Mortes am Mittelmeer. ©VKS/privat
Ein Beruf mit langer Geschichte

Für die Ursprünge dieses Berufes machen wir einen Sprung weit zurück: vor über 200 Millionen Jahren waren weite Teile Deutschlands mit Meer bedeckt, dem sogenannten Urmeer. Im Laufe der Zeit verdunstete das Meer und zurück blieb Salz, das von Erd- und Felsschichten durch Erdverschiebungen zugedeckt wurde. So kam das Salz unter die Erdoberfläche. Dort wartet es praktisch darauf, gefunden und nach oben gefördert zu werden.

Tagsüber unter Tage

Deutschland in acht Salzbergwerken und fünf Salinen Salz gewonnen. Hinzu kommen noch sechs Bergwerke, in denen ein besonderes Salz, das Kalisalz, abgebaut wird. Aus Kalisalz wird zum Beispiel Mineraldünger gewonnen. Der wird genutzt, um in der Landwirtschaft ertragreiche Ernten zu sichern.

In all diesen vielen Bergwerken arbeiten Menschen, um das Salz mit aufwändiger Technik abzubauen. Ihr Beruf heißt heute Bergbautechnologe oder Bergbautechnologin. Du kennst sicher noch die traditionelle Berufsbezeichnung „Bergmann“.

„Salz kann auch zu einer Berufung werden – oder zu einem Beruf. Für den Beruf des Bergbautechnologen wird man praktisch zum Schatzsucher, denn man forscht und sucht tief unter der Erdoberfläche nach dem weißem Gold.“

Was genau ist die Aufgabe?

Als Bergbautechnologe/in bedienst du Maschinen, computergesteuerte Systeme und Anlagen der Bergbautechnik. Natürlich müssen sie auch von dir gewartet werden. Darüber hinaus muss auch der Abtransport der Rohstoffe nach oben, also über Tage, organisiert werden.

Gute Voraussetzung für den Beruf: ein Schulabschluss in mittlerer Reife.

Dann kann es losgehen. Zu Beginn deiner Ausbildung kannst du dich für ein Spezialgebiet entscheiden: zum Beispiel Tiefbohrtechnik oder Tiefbautechnik.

Die groben Salzbrocken werden an einer Kippstelle mit Brechanlage abgeladen und für den Transport zerkleinert. © K+S AG

Ein Beruf, der tief blicken lässt

Als Bergbautechnologe mit dem Spezialgebiet Tiefbautechnik wirst du einen Großteil deines Arbeitstages unter Tage verbringen. Dein Arbeitsplatz ist der sogenannte Stollen im Bergwerk, wo du dem Rohstoff Salz ganz nah bist. Du sprengst und bohrst tiefe Löcher und treibst gigantische Gänge ins Gestein. So entstehen die Hohlräume, in denen Rohstoffe abgebaut werden – oder die Platz für Werkstätten zur Wartung von Maschinen und Anlagen bieten.

Außerdem steuerst du die Ladetransportfahrzeuge, bedienst computergesteuerte Bandanlagen und sogar die bis zu 100 Tonnen schweren Vortriebsmaschinen. Solche Maschinen sind für die Bergbautechnologen unbedingt notwendig.

Mit dem Bohrer in die Tiefe

In dem Spezialgebiet Tiefbohrtechnik arbeitest du über Tage, zum Beispiel auf einem Bergwerksgelände (oder auch auf einer Bohrinsel), um von dort aus nach Bodenschätzen tief in der Erde zu suchen.

Du beginnst mit Probebohrungen und Druckmessungen, um Druck und Stabilität des Gesteins zu prüfen. Dann kann das Bohren in die Tiefe beginnen: das Bohrloch wird zunächst mit Zement gesichert – oder mit schweren Rohren, die per Bohrkran einzeln versenkt und verschraubt werden. Mit Bohrköpfen aus Stahl kann so durch diese Rohre an Rohstoffe und Bodenschätze gelangt werden, die kilometertief in der Erde liegen – wie zum Beispiel Sole, Erdöl oder Erdgas.

Den spannenden Verlauf kannst du über Tage am Computer überwachen.

Und welcher Beruf ruft dich?

Und welcher Beruf ruft dich?

Es gibt so viel zu entdecken über und unter der Erde – und so viele spannende Berufe und Ausbildungen dazu.

Aber nicht nur unter Tage gibt es viele interessante Tätigkeiten. Ein Bergwerk ist natürlich auch über Tage ein großer Produktionsbetrieb, der verwaltet und organisiert wird. Hier findest du kaufmännische Berufe, Tätigkeiten in den Untersuchungslaboren oder technische Berufe in der Produktion. Aber welche Ausbildungsberufe sind es denn genau, willst du sicher wissen.

Der Bergbau in Deutschland bietet dir auch in Zukunft eine sichere und vielseitige Beschäftigung. Hier ein paar Beispiele:

Bergbautechnologe – Fachrichtung Tiefbautechnik

Bergbautechnologen (Tiefbautechnik) erlernen alle bergmännischen Tätigkeiten im Bergwerksbetrieb. Zur Beginn der Ausbildung werden alle Grundfertigkeiten der Metallbearbeitung in den Ausbildungswerkstätten über Tage vermittelt. Im Anschluss wird die Ausbildung unter Tage fortgesetzt. Schwerpunkte sind Bohren, Sprengen, Transport von Salzgesteinen sowie das Sichern und Ausbauen der untertägigen Arbeitsorte. Die dazu notwendigen Maschinen werden eigenverantwortlich bedient.

Bergbautechnologe – Fachrichtung Tiefbohrtechnik

Bergbautechnologen (Tiefbohrtechnik) lernen alle Tätigkeiten, die zum Erkunden der Lagerstätten notwendig sind. In den Ausbildungswerkstätten über Tage werden alle Grundfertigkeiten der Metallbearbeitung vermittelt und anschließend das Herstellen, Unterhalten sowie Verschließen der Erkundungsbohrlöcher. Aus diesen Bohrlöchern können Bohrkerne zur Beurteilung der Lagerstätte gewonnen werden. Die Unterscheidung von Bohrgeräten, das Bedienen von Antriebsaggregaten, Spülpumpen, Bohrgarnituren und Sicherheitseinrichtungen ist Teil der Ausbildung.

Anlagenmechaniker

Der Anlagenmechaniker fertigt Bauteile und montiert sie zu Apparaten, Rohrleitungssystemen und Anlagen, die in der Prozessindustrie oder der Versorgungstechnik zum Einsatz kommen. Er inspiziert und wartet diese Anlagen, setzt sie instand oder erweitert ihre Funktionalität. In Biegemaschinen und Walzen werden Bleche, Rohre und Profile zu einem Bauteil geformt. Werden hohe Stückzahlen eines Einzelteils benötigt, nutzt der Anlagenmechaniker CNC-Maschinen, um die Bleche oder Profile schnell und präzise zu zuschneiden.

Elektroniker für Automatisierungstechnik

Elektroniker für Automatisierungstechnik führen Instandhaltungs-, Wartungs- und Änderungsarbeiten an Automatisierungssystemen und Einrichtungen der Mess- und Regeltechnik aus. Folgende Tätigkeiten werden zum Beispiel während der Ausbildung sowohl über als auch unter Tage durchgeführt: Installation komplexer Automatisierungssysteme und deren Überwachung, Wartung und Betrieb. Installation und Optimierung von Regelkreisen und Messsystemen. Einsetzen von Testsoftware und Diagnosesystemen. Programmieren und Konfigurieren von Systemen.

Elektroniker für Betriebstechnik

Elektroniker für Betriebstechnik montieren Systeme und Anlagen der Energieversorgungstechnik, der Mess-, Steuer- und Regelungstechnik sowie der Beleuchtungstechnik. Sie nehmen sie in Betrieb, betreiben sie und halten sie instand. Konkrete Aufgaben sind zum Beispiel: Entwerfen von Anlagenänderungen und -erweiterungen. Montieren und Installieren von Leitungsführungssystemen. Installieren und Einrichten von Maschinen und Antriebssystemen. Programmieren und Konfigurieren von Systemen.

Industriemechaniker

Das Aufgabengebiet der Industriemechaniker umfasst das Inspizieren, Warten und Instandsetzen von Maschinen und Anlagen sowie die Anpassung von Betriebsanlagen an veränderte Bedingungen. Hierbei montieren und demontieren sie Teile und Baugruppen, beheben Störungen. Die Tätigkeiten werden vorwiegend außerhalb von Fertigungs- und Instandhaltungswerkstätten an wechselnden Einsatzorten durchgeführt.

Kfz-Mechatroniker

Die Aufgaben des Kfz-Mechatronikers umfassen sowohl die Planung, Wartung und Prüfung als auch die Diagnostizierung, Instandsetzung und Ausrüstung von Fahrzeugen und Systemen in dem Schwerpunkt Nutzfahrzeugtechnik. Der Kfz-Mechatroniker rüstet Kraftfahrzeuge aus, um und nach. Zu seinem Tätigkeitsbereich gehört das Untersuchen von Fahrzeugen nach straßenverkehrsrechtlichen Vorschriften. Die Tätigkeiten werden überwiegend unter Tage durchgeführt.

Maschinen- und Anlagenführer

Maschinen- und Anlagenführer bereiten Arbeitsabläufe vor und erstellen Arbeitspläne. Es werden Steuerungs- und Regelungseinrichtungen genutzt. Überwachung, Prüfung und Wartung der Maschinen und Anlagen gehören dazu sowie das Beheben von Störungen. Maschinen- und Anlagenführer richten verschiedene Maschinen und Anlagen in der Produktion ein, bedienen und steuern diese und überwachen den Materialfluss.

Chemikanten

Die Chemikanten stellen aus bergmännisch gewonnenen Rohsalzen verschiedene Düngemittel, Industrieprodukte sowie Produkte für die Pharma- und Lebensmittelindustrie her. Sie bedienen rechnergestützte Maschinen und Fertigungsstraßen und überwachen kontinuierlich die Fertigungsprozesse. Sie sind dafür verantwortlich, dass die Produktqualität sichergestellt ist. Außerdem sind sie für die regelmäßige Wartung und Reparatur der Produktionsanlagen zuständig. In der Fabrik, wo sich der spätere Arbeitsplatz befindet, wird die Verfahrenstechnik gelehrt.

Chemisch-Technische Assistenten

Bei dieser Ausbildung handelt es sich um eine zweijährige schulische Ausbildung in Vollzeit an einer staatlich anerkannten Berufsfachschule. In dieser Ausbildung als Chemisch-technischer Assistent ist es möglich einen Schulabschluss wie das Abitur nachzuholen. Zu den Ausbildungsinhalten gehören u.a. die Mitarbeit in der Umweltanalytik, die Untersuchung von Luft, Boden sowie Wasser und die Mitarbeit bei der Entwicklung von Verfahrenstechniken (z.B. Recycling, Abwasserreinigung, Biotechnologie).

Industriekaufmann/-frau

Die Ausbildung dauert zwischen zwei und drei Jahre. Die angehenden Industriekaufleute besuchen berufsbegleitend ein- bis zweimal pro Woche die Berufsschule oder haben blockweise Unterricht. An den verbleibenden Tagen findet die praktische Ausbildung in einem Betrieb statt. Hier erhalten die Auszubildenden Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten in kaufmännisch-verwaltenden Bereichen wie Material-, Produktions- und Absatzwirtschaft sowie Personal-, Rechnungswesen und Controlling.

Kaufmann/-frau für Personaldienstleistung

Personaldienstleistungskaufleute sind zuständig für die Personalbetreuung und -administration. Zeitdatenerfassung gehört dabei ebenso zu den Aufgaben, wie die Pflege der Personalakten oder die Organisation von Schulungen. Weiterhin arbeiten Personaldienstleistungskaufleute im Personalgewinnungs- und Einstellungsprozess mit. Neben dem Einsatz in Personalabteilungen von Unternehmen können Personaldienstleistungskaufleute auch in Personaldienstleistungsunternehmen beschäftigt werden.

Mach doch mal ein Praktikum!

Na? Neugierig geworden?

Dann schnupper doch mal in den einen oder anderen Beruf hinein. Ein Schülerpraktikum ist eine tolle Möglichkeit dazu. Hier sind Adressen, an die du dich wenden kannst. Viel Spaß, viel Glück – und wenn du ein Schülerpraktikum unter Tage machst: Glückauf!

Eine Gesamtübersicht unserer Mitgliedsunternehmen findet ihr auf unserer Website:

Juchuuu, ich mach ein Praktikum!!!

Folgende Unternehmen bieten Ausbildungsberufe und Praktikumsplätze an: